Note: An English version of this article will be published in the coming weeks.

Es ist ein offenes Geheimnis: Im Recruiting sind vor allem die eigenen Mitarbeiter eine tragende Säule. Sprechen Sie in ihren Netzwerken positiv über Sie als Arbeitgeber, dann wirkt sich authen­tischer als alle gebrandeten und zielgruppenspefizischen Messages Ihrer HR-Abteilung zusammen. Auch kommen über Mitarbeiterempfehlungsprogramme (Referrals) oftmals die besten Kandidaten auf Sie zu – und das scheinbar ohne große Marketingkosten. Um die Referrals als Recruiting-Kanal zukünftig noch ausbauen zu können, braucht es allerdings mehr als einen kleinen finanziellen Anreiz, einen Tag Sonderurlaub oder die berühmte Motivationsmail aus dem Vorstand. Für Mitarbeiter ist es ein emotionales Risiko ihren Arbeitgeber auch an Freunde, Familienangehörige oder auch ehemalige Kollegen zu empfehlen. Was passiert, wenn der Empfohlene im Bewerbungsprozess abgelehnt wird oder man nach einer Einstellung merkt, dass „es einfach nicht passt“. Kurzum: man überlegt es sich oft doppelt und dreifach, bevor man eine Empfehlung ausspricht. Ein Umstand der viele Mitarbeiter passiv werden lässt – dabei sind gerade sie diejenigen, die die Frage „Wie ist denn die Erste Bank als Arbeitgeber?“ am glaubhaftesten beantworten können.

Vor diesem Hintergrund gilt es eine Kampagne zu entwickeln, die Mit­ar­beiter dazu motivieren die Mehrwerte ihrer Arbeitgeber zu kommunizieren. Und zwar ohne Hürden und das skizzierte emotionale Risiko“. Dazu eignen sich in der heutigen Zeit am besten die Social Media-Plattformen, auf denen Ihre Mitarbeiter und deren Kontakte sich sowieso bewegen: Facebook, Twitter, XING, Instagram - um nur einige zu nennen.

"Die beste Möglichkeit, ihre Zielgruppen authentisch und relevant anzusprechen, steht bereits auf der Gehaltsliste."

Die Mitarbeiter eines Unternehmens können wie ein großes, interne Social Media-Team wirken. Es kommen nicht nur einzigartige Inhalte und Geschichten an das Tageslicht, sondern auch die Multiplikatoreffekte sind gewaltig. Eine simple Rechnung: wenn auch nur 1.000 Mitarbeiter mit jeweils 100 Social Media-Kontakten Insights aus dem Arbeitsalltag posten, schafft dies schlagartig Zugang zu 100.000 Menschen. Wenn auch nur 5% davon zur relevanten Zielgruppen zählen, hat es sich schon gelohnt. Das ist nicht nur ein Zahlenspiel. Die „Mund-zu-Mund”-Propaganda von Freunden und Kollegen in den sozialen Netzwerken wird generell als vertrauenswürdiger angesehen, als das Social Media-Brimborium auf den Arbeitgeber-Profilen. Anders gesagt erhöhen Angestellte durch das eigenständige Posten von Karriere-Content nicht nur Ihre Reichweite in den sozialen Medien, sie schaffen mehr Vertrauen und generieren mehr Engagement.

Damit ein Mitarbeiter überhaupt den Drang verspürt, Markenbotschafter für seinen Arbeitgeber zu werden, muss er sich natürlich mit dem Unternehmen identifizieren. Nur so wird er freiwillig seinen guten Ruf im Bekannten- und Freundeskreis riskieren, um die Karriereangebot seines Arbeitgebers (mittelbar) zu teilen. Ihre Aufgabe wird es daher sein, die Mitarbeiter ernsthaft zu motivieren. Daher bedarf einer sauber durchdachten Kommunikationsstrategie, die über das einmalige Auffordern weit hinausgeht.

Und es gilt zu berücksichtigen, dass der durchschnittliche Mitarbeiter kein Kommunikationsprofi ist. Und das soll er auch nie werden, weil sonst die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen auf der Strecke bleibt. Auch wenn er sich an alle Vorgaben hält, kann es geschehen, dass ein Beitrag negative Aufmerksamkeit bekommt. In diesem Fall ist es extrem wichtig, den Mitarbeiter zu unterstützen und ihm die Sicherheit zu vermitteln, dass die Medienprofis gern helfen, den Schlamassel zu beseitigen. Ohne weitere Konsequenzen. Nur wenn Mitarbeiter das Vertrauen darin haben, dass ein Post nicht ihren Arbeitsplatz gefährden kann, fühlen sie sich sicher genug wirklich gute und kreative Botschaften zu erstellen. Auf jeden Fall angebracht ist es daher, einige Grundregeln festzulegen, wie sich Mitarbeiter als Teil des Unternehmens präsentieren können. Diese Regeln lassen sich in einem Social Media-Handbuch festhalten.

Regional Vice President

Lars specialises in creating and executing digital and social strategies for TMP’s clients. He explores ways to leverage new technology to improve clients’ employer brand delivery channels. With a passion for emerging tools and technologies, Lars is always looking for innovative ways to enhance both brand articulation and recruitment for a multitude of organisations. You can follow him on Twitter and Instagram.

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